1 Jahr nach Hurricane IRMA

Wir haben dem Sturm in Auge gesehen

– im wahrsten Sinne des Wortes- und wir haben es überlebt! Und das ist das Allerwichtigste! Trotz allem sind wir hier und fühlen uns auch hier zuhause!  Wir haben viele neue Freunde gewonnen im letzten Jahr und wir sind enger mit dieser Insel verwachsen als je zuvor!

Irma Eye

Am Morgen des 6. September 2017 überquerte das Zentrum von #Irma unsere Insel. Ein sogenannter „direct hit“. Nahezu auf Höchstintensität rissen Irmas extremen Winde mit mehr als 300 km/h Bäume aus dem Boden und hinterließen eine Schneise der Verwüstung und kostete viele Menschenleben. Auf der französischen Seite wurden viele Buchten, Strände und Gebäude zerstört. Aufgrund der unpassierbaren Straßen konnten die Rettungs- und Hilfsmaßnahmen nicht sofort anlaufen. Auf der französischen Seite der Insel wurden bis zu 95 % der Gebäude beschädigt, 60 % davon waren nach dem Sturm völlig unbewohnbar. Ein Anblick, der uns fast das Herz brach.

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Ähnlich verheerend war das Ausmaß von Irma auf der niederländischen Hälfte der Insel, als intensive Winde Gebäude zerstörten und Fahrzeuge durch die Luft wirbelten. Der Hurrikan zerstörte auch den Princess Juliana International Airport.

Auch auf St. Barthélemy, südöstlich von Saint Martin, hinterließ Irma Verwüstung. Heftige Wellen zerstörten ganze Küstenregionen, Straßen in der Hauptstadt von Gustavia wurden in rauschende Flüsse verwandelt. Die Infrastruktur beider Inseln wurden fast völlig zerstört, die Wasserversorgung sowie Telefon- und Stromleitungen lange Zeit völlig unterbrochen.

Hurricane Irma gilt als eine der schlimmsten Naturkatastrophen, die jemals die Insel St. Maarten | St. Martin heimgesucht haben – das Ausmaß der Schäden geht weit über die früherer Hurricanes hinaus. Nach der Zerstörung des internationalen Flughafens war St. Martin de facto von der Außenwelt abgeschnitten – einzig der kleine innerkaribische Flugplatz auf der französischen Seite war für Versorgungshubschrauber erreichbar.

Am 9. September wurden Flugblätter abgeworfen, um Inselbewohner vor dem schnell heran nahenden Hurrikan #Jose zu warnen. Dieser hat jedoch glücklicherweise keine weiteren Schäden verursacht. Nur 2 Wochen danach, am 16. September, erreichte dann ein dritter Hurricane mit einer Kategorie 5 #Maria, die vollkommen zerstörte Insel St. Maarten | St. Martin und brachte heftige Regenfälle und starken Wind und Wellen. Die meisten waren dem Regen schutzlos ausgeliefert, da die Vorschäden von Irma so gewaltig waren. Durch die Regenfälle von Maria wurde allerdings dann die Insel langsam wieder grün, nachdem Irma die gesamte Vegetation praktisch zermalmt hatte.

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In der Zeit nach Irma begann dann für alle Überlebenden ein Kampf um Nahrungsmittel, Wasser, Wohnraum, Benzin und der Kampf um Informationen. In den Wochen von Herbst bis Winter haben alle hier zusammen erhalten, sich unterstützt und Teams gebildet, einige haben allerdings auch nur ihren eigenen Vorteil gesucht. Man weiß seither genau, wie jeder Einzelne in der Nachbarschaft so tickt. Der wahre Charakter kam deutlich zum Vorschein.

Unter tropischer Sonne haben die Menschen dann schier unglaubliches hier geleistet und die Straßen, Häfen und Flughäfen frei geräumt und die Infrastruktur wiederhergestellt. Hilfe gab es aus Frankreich, Holland, Guadeloupe, Martinique und Curacao. Soldaten kamen und haben Dächer geschlossen und für innere Sicherheit gesorgt. Sie haben Essen und Trinken verteilt und mit schwerem Gerät tonnenweise Material bewegt, das im Weg lag.

Dann begann ein langer Prozeß des Wiederaufbaus, der bis heute noch anhält und noch lange nicht abgeschlossen ist. Viele Einzelschicksale und doch wurde sehr viel geschafft, besonders auf der holländischen Seite. Auf der französischen Seite gibt es striktere Bestimmungen und Auflagen, hier ist man Teil der EU und hat sich an europäische Rechtssprechung zu halten. Hier wird es dauern, aber in Teilen ist es auch sinnvoll, sich diesen neuen, strengeren Regularien zu unterwerfen, dienen sie doch der Sicherheit der Bevölkerung, auch wenn das im Einzelfall für manchen Betreiber eines Restaurants, oder Hotels eine massive Beeinträchtigung und immense Mehrkosten beim Wiederaufbau bedeuten.

Wir haben seit letztem Herbst die Hoffnung nie aufgegeben und an den Wiederaufbau geglaubt und werden nun belohnt. Wir sind die ganze Zeit hier geblieben, haben mit angefasst und geholfen – soweit es in unseren Möglichkeiten stand. Das wird anerkannt, weil man uns jetzt gut kennt und gesehen hat, dass wir in der Not nicht weglaufen, sondern anpacken.

Wir haben immer die Möglichkeiten gesehen und haben versucht nach vorne zu schauen. Wir haben an das Potential geglaubt und sind nicht verzweifelt. Wir haben uns immer gegenseitig motiviert, auch wenn es manchmal schier endlos erschien, bis zum Beispiel der Strom endlich nach Monaten wieder funktionierte, oder das Internet, die Klimaanlage oder das fließende Wasser …. die Zeit kam einem endlos vor.

Schon im Dezember kamen dann die amerikanischen Kreuzfahrtschiffe wieder. Nie werde ich die Aufregung auf der Insel vergessen, als das erste Kreuzfahrerschiff in Great Bay zu sehen war. Das war ein Gänsehaut Moment. (Blogpost hier) Inzwischen hatten wir auch hier und da ein paar deutsche Gäste und sehen jetzt dem Herbst entgegen, wenn die AIDA und Mein Schiff wieder festmachen. Darauf freuen wir uns sehr.

Thommy hat am Tag nach Irma zu uns gesagt, sie werden kommen und uns helfen, es wird Fördergelder geben und man wird schnell wieder alles aufbauen und dann geht es wieder besser. Es war in dem Moment zwar schier unvorstellbar, aber es schien doch logisch. Auch wenn mir beim Blick durch die Nachbarschaft, Angst und Bange wurde, habe ich darauf vertraut. Die Infrastruktur ist wiederhergestellt, die Kommunikation und die Versorgung stehen, jeden Tag eröffnet ein Restaurant, Geschäft oder Hotel und es kommen mehr und mehr Flieger, Kreuzfahrtschiffe und damit Touristen zu uns.

Man kann hier herrlich Urlaub machen, auch wenn es noch einige Ecken gibt, die noch immer so aussehen wie im September 2017. Touristen genießen die Ruhe jetzt und den guten Service. Sie werden mit offenen Armen empfangen. Die beste Hilfe zur Selbsthilfe waren die Urlauber, die in diesem Jahr treu zu uns gekommen sind.

Die Karten werden jetzt neu gemischt. Viele haben die Insel verlassen und kommen auch nicht zurück und viele kommen gerade jetzt, weil sie glauben die Idee zu haben oder eine Möglichkeit zur Geschäftsgründung suchen.

Die Immobilienpreise sind gestiegen, denn die Nachfrage ist groß und das Angebot noch immer klein. Lebensmittelpreise sind gestiegen, denn noch haben nicht alle Supermärkte wieder auf und wenn keine Konkurrenz da ist, kann man die Preise gestalten, wie man will.

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Für viele Bewohner ist es jetzt sehr schwer Arbeit oder Wohnraum zu finden. Erst wenn mehr Hotels wieder renoviert wurden und eröffnet sind, werden viele Jobs wieder angeboten. Erst wenn alles renoviert ist, kann ein Haus oder eine Wohnung wieder dem Wohnungsmarkt zur Verfügung stehen. Und immer mehr Immobilieneigentümer wollen lieber an Urlauber wochenweise vermieten, statt monatlich an einen dauerhaften Mieter. All das ist schwieriger geworden. Die Immobilienpreise sind ebenfalls gestiegen. Ein Zeichen dafür, dass auch andere an ein Comeback glauben!

Die meisten Bewohner der Insel haben momentan keine wirtschaftlichen Ressourcen mehr. Allen fehlen die gesamten Umsätze seit dem Ende der Saison in April 2017. Alles Ersparte wurde in den Wiederaufbau investiert und es kam bisher nicht viel wieder nach… Es ist nicht einfach für viele momentan, aber es wird besser werden!

Mit jedem Tag!

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Mit dem Beginn der Saison im November werden noch mehr Hotels fertig renoviert sein, es werden noch mehr Jobs zu haben sein und es wird auch mehr Wohnraum fertig sein. Wir haben dann 1 Jahr und 2 Monate verloren, aber das werden wir wieder aufholen!

St. Maarten | St. Martin ist und bleibt eine Trauminsel mit knapp 40 Stränden und vielfältigen Angeboten, mit viel Abwechslung, mit karibischem Flair, mit französischer und holländisch-amerikanischer Küche und Kultur. Gerade der Mix der zwei Länder macht sie so besonders. Die Nachbarinseln Anguilla, Saba und St. Barth laden zu Tages- oder Wochenendausflügen ein. Ein Traumziel!

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