La Belle Creole

Im Westen der Insel St. Martin | St. Maarten liegt im französischen Teil der Insel die exklusive Wohngegend „Terre Basse“. Dort wollte 1964 der ehemalige Manager des Waldorf-Astoria Hotels Claudius Charles Philippe seinen Traum erfüllen und auf einer knapp 10 Hektar großen Landzunge mit direktem Meerzugang und Strand ein Luxushotel im Stil einer mediterranen Stadt bauen.

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Seine Finanzierung geriet allerdings noch in der Bauphase ins Wanken, sodass ein anderer Investor sein Projekt übernahm, etwas veränderte und 1988 das 5* Hotel eröffnete. Claudius Charles Philippe starb 1978 ohne die Eröffnung zu erleben.

Hier finden sich Bilder, wie es einmal ausgesehen hat: Link

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Aus ursprünglich 120 Hectar wurden 10 Hectar für die Hotelanlage. Das Gebiet ist sehr weitläufig und die Landzunge bietet viele Möglichkeiten der Nutzung und Bebauung.

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1995 wurde die Anlage durch Hurricane Louis massiv zerstört und der Wiederaufbau scheitert u.a. an den hohen Wiederaufbau- und den fortlaufenden Lohnkosten für die Mitarbeiter.  Seither ist La Belle Creole einsam und verlassen und steht nun für 35 Mill USD zum Verkauf.

Mehr Infos dazu hier: https://labellecreolestmartin.com/

Eine Legende der Einheimischen besagt allerdings, dass das Gelände ein ehemaliger Friedhof der vertriebenen Arawak Indianer ist und deswegen das Hotel mit einem Fluch belegt ist, weil man hier die Ruhe der Toten gestört hat. Etwas verwunschen wirkt die leerstehende Ruine wirklich.

 

 Die abseits gelegene verlassene Hotelanlage La Belle Creole ist fußläufig, von der Straße zwischen Nettle Bay und Terre Basse aus, zu erreichen, aber viele trauen sich dort nicht alleine hin, denn die Verlassenheit lockt alle möglichen Zeitgeister an. So trainieren dort die Gendarmerie, Teenager imitieren das ihrerseits mit Paintball-Games, Hundehalter oder neugierige Fotografen wie wir treiben sich dort um.

Schon lange wollte ich dort einmal hin, doch nie ergab sich die Gelegenheit. Gestern war es nun soweit und wir sind kurz vor Sonnenuntergang einfach mal rausgelaufen auf die Landzunge und waren ganz begeistert von dem Zauber, der die Ruine umgibt.

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Die Anlage wirkt zwar wie eine Gespensterstadt und die Zerstörung durch zahlreiche Hurricanes und trotz der Graffiti and der Wand, all dem zerbrochenen Glas, der kaputten Fliesen und verwitterten Stufen kann man doch erahnen, wie schön diese Anlage einmal gewesen sein muss. Wie schade, dass sich bisher niemand diesem Projekt annimmt, denn die Aussichten sind wunderbar:

 

Der Blick auf der einen Seite reicht bis nach Anguilla und auf der anderen Seite über Marigot bis nach Simpson Bay. Sonnenuntergänge werfen die Ruine in ein traumhaftes Licht. Überhaupt eignet sich die Ruine noch wunderbar für tolle Fotos, denn der Blick aus den fensterlosen Zimmern, die teilweise sogar noch die zerschlissenen Möbel beherbergen, fällt immer raus aufs Meer und auf die tropische Botanik.

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Diese Drohnen-Aufnahmen aus 2016 zeigen wie groß und wie wunderschön gelegen diese Ruine ist. Unbedingt ansehen!

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4 Gedanken zu “La Belle Creole

  1. Im Sommer 1972 lernte ich meine jetzige Frau auf St.Maarten/St.Martin kennen. Sie war kurz zuvor aus Trinidad auf die Insel gekommen und wohnte bei Schwester und Schwager, die ich schon seit längerem kannte. Ich wohnte zu dem Zeitpunkt in Pointe Blanche und sie in Marigot. Abends holte ich sie oft ab und wir gingen spazieren, meistens entweder hinauf zum Fort in Marigot oder zur Hotelruine La Belle Créole. Eines Abends fuhren wir schweigend den Weg hinunter zum Hotel, vorbei am Trou de David, der mir vom Schwimmen und Tauchen bekannt war, als mich plötzlich ein eigenartiges Gefühl von Angst und Unsicherheit berührte und ich eine Stelle zum Umkehren suchte. Nachdem ich mit meinem Firmenkäfer der deutschen Firma, für die ich auf St.Maarten arbeitete, umgekehrt war, fuhren wir schweigend durch die damals noch fast unbewohnten und staubigen Lowlands nach Simpson Bay in die Nähe des Flughafens. Erst als wir dort am Tisch eines argentinischen Restaurants bei einem Drink saßen, sprachen wir wieder miteinander. Und unabhängig voneinander hatten wir beide das Gefühl gehabt, als hätte jemand auf dem Rücksitz des Wagens hinter uns gesessen. Am nächsten Morgen sprachen wir in Marigot mit Leuten darüber, auch mit La Valise (nickname), dem damaligen Watchman in La Belle Créole, und erfuhren zwei Dinge: Wir waren am Abend vor Allerheiligen unterwegs gewesen, also Halloween … und der Ort galt bei den Einheimischen als verwünscht, verflucht; es sollten damals schon mindestens zwei Millionäre alles, auch ihr Leben, an diesem Objekt verloren haben.
    Im Sommer 1975 zogen wir mit unserem damals anderthalbjährigen Sohn nach Deutschland und waren erst 2010 wieder auf St.Maarten. Die Einfahrt zu La Belle Créole war vergittert und der Zutritt verboten. Heute morgen habe ich aus mir selbst unerklärlichen Gründen die Geschichte der Hotelruine im Internet recherchiert und bin auch auf diese Website gestoßen.
    LIebe Grüße aus Nordfriesland!
    Uwe&Sheila Ehrich

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  2. Vielen Dank für die freundliche Antwort und das Musikvideo, durch das sich die Erinnerungen an den für uns damals überwiegend romantischen Ort verstärken. Im Musivideo wird der Trou de David (David’s hole; andere Namen erspare ich mir, uns!) als intakt dargestellt, im ersten der folgenden Links aber als “collapsed”:
    https://www.wondermondo.com/le-trou-de-david/

    http://www.lesfruitsdemer.org/guides/saint-martin-snorkeling-guide/le-trou-de-david/

    http://www.alluringworld.com/le-trou-de-david/

    https://www.welove-stmartin.com/listing/le-trou-david-st-martin/

    Wie sieht es aktuell dort aus? Ich hielt damals in Bezug zu unserem geschilderten Erlebnis diese Stelle für das Versteck eines Piratenschatzes, aber das war wohl eigene Zutat, eigenes Wunschdenken, zumal der Mythos von einem heiligen Ort der Arawak mir damals nicht gegenwärtig war.
    Wenn Ihr Zeit habt, schickt mal ein aktuelles Bild vom Trou de David, entweder an dieser Stelle oder an: ehrichuwe@gmail.com
    P.S.: Werde noch etwas zu Irma schreiben, aber später!

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