Was gibt es Neues bei uns?

Die letzten Tage sind wir um die Insel gefahren und haben unsere Kunden besucht und viele Fernseher austauschen müssen, die durch den Sturm und Wasser beschädigt wurden. Viele von uns warten noch immer auf den Versicherungsexperten, der vor Ort begutachten muss. Bis dahin darf bei vielen nicht einmal aufgeräumt oder entrümpelt werden. Manch einer muss sich nun streiten, ob die Ware im Container vor dem Lagerhaus auch versichert war oder nicht, weil der Container nicht IN der Halle stand, sondern davor. Die Halle selber ist zwar auch zerstört, aber man kennt das ja von Versicherungen…. sie haben seitenlange AGB´s die keiner liest und am Ende winden sie sich raus oder verzögern die Zahlung. Das verzögert nicht nur den Wiederaufbau und schadet dem Image der Insel, sondern macht viele wütend oder depressiv. Sie wollen aufbauen, können aber nicht.

Die Franzosen haben Hilfe eingeführt für Menschen, die alles verloren haben, gibt es eine Karte, die man beantragen kann und über die kann man dann Zuschüsse in Form von Gutscheinen etc bekommen.

Auf der holländischen Seite gibt es sowas noch nicht, aber auch hier gibt es jetzt ein „Dachrenovierungsprogramm“ für Menschen, die sich eine Dachsanierung einfach nicht leisten können. Es geht dort in diesen Tagen flotter voran mit dem Wiederaufbau, denn viele waren gar nicht versichert und dadurch unter Druck schnell wieder eröffnen zu können. Viele Geschäfte wurden bereits von Grund auf renoviert und sehen jetzt besser aus als vor Irma. Eine Schwierigkeit dort ist, dass viele Baumaterialien, die zuvor aus Puerto Rico, St. Thomas oder Miami bestellbar waren, haben jetzt erheblich längere Lieferzeiten, weil auch diese Gebiet selber hohen Bedarf haben, weil auch sie von den Stürmen dieser Hurricane Season schwer getroffen wurden. Diese Saison war schon extrem mit Hurricane Harvey, Irma, Jose, Maria und Ophelia, aber sie ist nun am 30. November vorbei, d.h. wir haben vor Stürmen dann erstmal Ruhe!

Für die nächste Hurricane Saison wollen wir sehr gut vorbereitet sein und haben uns einen Gas-Grill mit extra Kochfeld zugelegt, damit wir uns im Falle eines erneuten Stromausfalles gut versorgen können. Bis dahin wollen wir eigentlich auch noch einen eigenen Generator anschaffen, aber der hat es preislich ganz schön in sich und wir würden ihn aus Deutschland hierher verschiffen lassen müssen….  Wir haben ansonsten viel gelernt in dieser Hurricane Saison und waren gut vorbereitet, aber im Falle der Fälle sind wir beim nächsten Mal noch besser vorbereitet.

Hier eine Darstellung der Stürme in einer Simulation von der NASA:

NASA SIMULATION

Jetzt wo die ersten Touristen, Urlauber und Hausbesitzer hierherkommen und man sich untereinander in die Arme fällt und wieder alles erzählt, kommen bei vielen die Emotionen wieder hoch. Wir fragen dann immer wie sie die Insel jetzt wahrnehmen und waren erstaunt, dass es auch dort zwei Gruppen gibt: Diejenigen die sagen, ich komme, um die Menschen hier zu besuchen, sie zu unterstützen und ich lege mich an den Strand, der gut aussieht und schaue über die Zerstörung hinweg und diejenigen, die sehr ergriffen sind, wenn sie das Ausmaß der Gewalt, die über uns hinweggerollt ist, an den Gebäuden ablesen können.

Es gibt auch einige Kanadier oder Amerikaner, die hierher kommen um freiwillig zu helfen! Sie verbringen ihren Urlaub damit, Essen zu verteilen in den Gebieten in denen Menschen wohnen, denen es schon vor Irma nicht besonders gut ging und die jetzt natürlich unter noch schlimmeren Bedingungen zu leben haben. Sie kaufen ein und spenden, sie putzen, sie räumen und sie holen Kinder ab und laden sie zum Eis ein. Sie füttern die freilaufenden Hunde und Katzen und helfen beim Strand säubern.

photocredit St. Maarten Vegans

Eine von ihnen ist die Kanadierin Melanie Barnes. Sie war eigentlich hergekommen, um sich einen Job zu suchen und um hierher zu ziehen, alles war schon gebucht, aber dann kam Irma und verschärfte die Arbeitsmarktsituation für alle hier und machte es damit einem Ausländer noch schwieriger hier Fuß zu fassen, also nahm sie ihr Ticket und ihre Airbnb Reservierung wahr und verbringt jetzt die Zeit hier damit, Menschen zu helfen. Wir finden das wundervoll und inzwischen hat sich hier eine Gruppe von Menschen gefunden und organisiert, die sich in ihren Bestrebungen, helfen zu wollen, untereinander auszutauschen und zu unterstützen. Das ist eine sehr, sehr schöne Erfahrung innerhalb dieser internationalen Gruppe. Es hilft auch, dass es andere Menschen gibt, mit denen man sich über die oft auch bedrückenden Erfahrungen austauschen kann. Aber es wird auch viel gelacht!

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Unser Projekt #Georgina läuft noch immer, denn der Kindergarten in French Quarter ist total renovierungsbedürftig und hat alles verloren. Nachdem der Elektriker da war und der Innenausbau fast fertig ist, einzig das Bad und die Küche sind noch ohne Türen, kommt jetzt der Maler und der Klempner dran. Dann braucht sie Möbel und Spielsachen.

Georgina arbeitet seit vielen Jahren in der Jugendbetreuung und ist Anlaufstelle für bis zu 70 Kinder. Diese Kinder und Jugendlichen haben sonst nichts, was sie unternehmen könnten und würden ansonsten auf der Straße lungern. Georgina kocht für sie, bietet ihnen Aufmerksamkeit und Zuwendung und einen Platz, wo sie sich treffen können. Wenn wir ihr helfen, helfen wir damit den Kids.

Wir verbringen viel Zeit mit diesem Projekt, rufen zu freiwilliger Mitarbeit und Spenden auf und verwenden unsere Mittel für #HilfefürStMaarten, um Georgina weiterhin zu unterstützen. Wer noch spenden möchte, kann das gern unter Paypal zauberderkaribik@gmail.com tun oder uns nach einer Bankverbindung fragen. Jeder Euro zählt, denn hier gilt es noch vielen zu helfen, denen sonst keiner hilft.

Unser „Iguana Man“ fährt momentan morgens und abends Schulbus und dazwischen füttert er weiterhin seine Iguanas an der bekannten Stelle. Sein Dach hat weitgehend gehalten, nur eine Ecke in der Küche ist ihm weggeflogen, aber er beklagt sich nicht. We survived! That´s the main thing!

Der Beach Club Kakao Beach am Orient Bay wird wahrscheinlich im März wiedereröffnen. An dem Strand wird noch mit Versicherungen und französischer Gesetzgebung gerungen, ob und in welcher Form dort wiederaufgebaut werden darf. Bis dahin ist es ein breiter Naturstrand, an den man sich seine Liege und Sonnenschirm mitbringen muss. Die ersten Händler haben dort schon Stände unter Sonnenschirmen und 2 Restaurants haben wiedereröffnet. Es geht langsam voran!

Im Dezember werden 8 Kreuzfahrtschiffe erwartet und in der Front Street wird eifrig gehämmert und gesägt, damit bis dahin die Einkaufsmeile auch einladend aussieht.

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Die Sunset Beach Bar am Maho Beach hat bereits renoviert und wiedereröffnet. Ebenso die Driftwood Boats Bar gegenüber. Der Strand ist noch nicht wieder ganz zurückgekehrt, aber das wird sicher noch werden. Der Sturm hatte den ganzen Sand über die Straße auf das Flugfeld geweht und die Wellen haben den Rest fortgetragen. Aber das passiert immer mal und dann kommt er nach und nach einfach wieder. Air France, KLM, Delta, WinAir, Caribbean Airlines und Caraibes Airlines fliegen uns wieder an, aber es gibt derzeit längst nicht so viele Flieger wie vor Irma zu sehen.

Aber eigentlich ist es so auch sehr schön. Weniger Menschen an den Stränden, in den Restaurants ist es nicht so voll, die Straßen sind leerer und es gibt ja schon wieder alles, sodass einem Urlaub nichts im Wege steht. Wir wissen welche Hotels aufhaben, wo es nicht teurer geworden oder ungemütlich ist und welche Fluglinie die günstigsten im Moment sind. Viele Fluggesellschaften versuchen jetzt nämlich aufgrund des kleineren Angebotes und der bestehenden Nachfrage über Preiserhöhungen ihren Vorteil zu ziehen. Wer also Interesse hat, schickt einfach eine Email und dann senden wir Euch gern entsprechende Links!

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