Was bedeuten die Statuen in St. Maarten?

Die Geschichte von St. Martin / St. Maarten ist auch das Thema einer der schönsten Skulpturen Gruppe der Insel, der „Salt Pickers“ im Kreisverkehr vor dem Regierungsgebäude, gleich gegenüber dem Great Salt Pond (Großen Salzteich) in Philipsburg. Salz spielt eine zentrale Rolle in der Kultur der Insel, denn sie war als „Soualiga„, das Land des Salzes, bekannt. Diese Gruppenkomposition (Bronze) wurde von Michael Maghiro geschaffen.

Das Denkmal besteht aus fünf separaten Statuen, einem Mann mit einer Schaufel, der eine zentrale Figur darstellt, die das Salz aus dem Boden holt, zwei verschiedenen Frauen, die das Salz sammeln, und einer weiteren Frau (mit einem Kind auf dem Rücken) und einem Mann, die zusammen ein großes Tablett mit Salz tragen.

Als die Holländer den Süden der Insel besiedelten, haben sie die Salzvorkommnisse entdeckt und bis zu 400 Schiffsladungen pro Jahr über den Atlantik verschifft. Die „Salt Picker“ waren allerdings nicht nur Sklaven, es waren Männer, Frauen und sogar Kinder, die die körperlich schwere Arbeit verrichtet haben.

Auf dem Aussichtspunkt in Cole Bay Hill steht neben einem hohen Fahnenmast auch die Statue des sitzenden Mr. William Henry Bell II, besser bekannt als „Willy the 7th„, Willy das Siebte Kind in der Familie. 1949 kaufte er mit seinen Brüdern und einem Cousin das Land Cape Bay Estate und verstarb allerdings nur ein Jahr später mit jungen 33 Jahren an einer Krankheit. Heute erinnert seine Statue an ihn, die man im zu Ehren errichtet hat, da seine Erben der Regierung erlaubt haben, den grossen Flaggenmast dort zu errichten.

Jean Frederique Brooks oder „Tata, der Busfahrer„, ist vor allem dafür bekannt, dass er Schüler zur Schule brachte und wieder abholte. Tata war dafür bekannt, dass er sehr langsam fuhr, so dass er Zeit hatte, viele der Kinder in ihre Schranken zu weisen. Jeder, mit dem wir sprachen, sprach in den höchsten Tönen von Tata und hatte wertvolle Lektionen von diesem einflussreichen Busfahrer gelernt.

Diese Statue ehrt Florian Eulalie Duzanson „Lalie Duzanson„, die auf der Insel für ihre erstaunlichen Backkünste in Form von frischem Brot, Kuchen und Torten bekannt war. Neben ihrer Tätigkeit als Bäckerin kümmerte sich Lalie auch um Studenten und Bedürftige, die sie in katastrophalen Momenten, wie z. B. bei Wirbelstürmen, mit Unterkunft und Essen versorgte.

Alexander Lionald Richardson, „Alec the Butcher“ war bekannt für seine Landwirtschaft und den Verkauf von Frischfleisch auf der Insel. Es wird erzählt, dass er Vater von mehr als 40 Kindern ist. Eines davon sitzt heute im niederländischen Parlament.

Michael Maghiro restaurierte kürzlich die drei Statuen der „Brown Pelicans„, die nun wieder in voller Pracht an dem Kreisel direkt vor dem Princess Juliana International Airport (SXM) zu sehen sind. Hurricane Irma hatte ihnen die Flügel „gestutzt“ und erheblichen Schaden zugefügt. Ein amerikanisches Touristen-Ehepaar hat die Reparatur der Pelikane gesponsert, immerhin ist der Pelikan das nationale Symbol und lebt zahlreich auf der Insel.

Guarding Loved Ones You May Loose“ oder „Schutz für geliebte Menschen, die man verlieren könnte“
Die Peridot-Stiftung hat die Statue als Reaktion auf den öffentlichen Aufschrei gegen häusliche Gewalt im Besonderen und gegen Gewalt im Allgemeinen errichtet, um die Öffentlichkeit daran zu erinnern, dass häusliche Gewalt – oder jede andere Gewalttat – inakzeptabel ist. Diese Statue steht im Kreisel in Cul-de-Sac Sint Maarten.

Der „Freedom Fighter“, die Emanzipationsproklamation vom 1. Juli 1863 beendete offiziell die Versklavung der schwarzen Bevölkerung St. Maartens und legte den Grundstein für die bürgerlichen Freiheiten aller St. Maartener, unabhängig von Rasse, Hautfarbe, Geschlecht oder Religion. Die Statue steht am Kreisel zum Hafen in Philipsburg.

One-Tete Lohkay“ ist als weibliche Freiheitskämpferin bekannt und gilt als Heldin während der Zeit der Sklaverei auf Sint Maarten. Die Statue stellt Lohkay in Bewegung dar, fast so, als würde sie mit Zuckerstöcken im linken Arm und einem Band um die Brust rennen, eine Darstellung ihres Trotzes und ihrer Stärke. Sie war von den Plantagen geflüchtet und die Plantagenbesitzer hatten ihr, zur Strafe und Abschreckung, eine Brust abgeschnitten, was sie nicht davon abgehalten haben soll, wieder zu fliehen. Die Statue steht im Kreisel in Bel Air vor dem Krankenhaus.

Die Statue zu Ehren Osborne Kruythoffs alias “The Traffic Man” steht am Kreisel in Cole Bay, wo er in den 60 Jahren gewohnt haben soll. Den Verkehr, der damals aus rund 200 Fahrzeugen auf der Insel bestand, regulierte er – ganz freiwillig – in Philipsburg vor dem Courthouse, sobald er mit seiner Arbeit am Strand fertig war. Später wurde er dann nur noch zum Verkehr regulieren eingeteilt. Seine Uniform bestand aus einem Tropenhelm und einer kakifarbenen Uniform, einer Trillerpfeife und einer Machete. Wenn das Auto nicht gehorchte, verpasste er ihm eine „Planass“, die er in der Dominikanischen Republik beim Zuckerrohr schneiden gelernt haben muss. Ein Planass ist die Kunst, jemanden mit dem flachen Teil der Machete zu schlagen.

Lady Liberty steht am Kreisel in Agrement in Marigot Saint-Martin und erinnert an die Abschaffung der Sklaverei auf der französischen Seite der Insel am 08. Mai 1848 . Diese Statue wurde 2007 von der Abteilung für Kunst und Kultur in Saint-Martin unter der Schirmherrschaft von Frau Nicole Pipper, der für diese Abteilung zuständigen Mandatsträgerin, aufgestellt. Das Werk wurde von dem Bildhauer Theodore Bonev anlässlich des 159. Jahrestages der Abschaffung der Sklaverei in Saint Martin geschaffen. Die dargestellte Frau hat nie existiert, aber sie ist Sinnbild für die Freiheit.


Kommentar verfassen