Happy Emancipation Day St. Maarten

Heute feiert St. Maarten den 158. Jahrestag der Abschaffung der Sklaverei.

Die meisten Geschäfte und Behörden haben alle geschlossen und man begeht den Tag mit einem gemeinsamen ökumenischem Gottesdienst in der katholischen Kirche in Philipsburg und anschließenden Feierlichkeiten an der Front Street Nummer 113 – genau an der Stelle wo früher ein Sklavendepot war.

Die Menschen hier auf der Insel gedenken der Opfer unter ihren Vorfahren, die 200 Jahre lang auf dieser Insel versklavt wurden. Die Spanischen Kolonialherren waren die ersten, die Sklaven 1648 aus Afrika auf die Insel holten, um sie die schweren, körperlichen Arbeiten, unter der heißen Sonne der Karibik verrichten zu lassen. Lange Zeit waren Sklaven hier als „Salt Picker“ oder Feldarbeiter auf Baumwoll-, Rohrzucker, oder Tabakplantagen benutzt worden.

Im Jahr 1848 schafften die Franzosen die Sklaverei in ihren Kolonien ab, auch auf der französischen Seite von St. Martin. Während im Norden der Insel bereits die Sklaverei abgeschafft wurde, protestierten die Sklaven auf der niederländischen Seite der Insel und drohten, auf die französische Seite zu fliehen, um dort Asyl zu suchen. Die lokalen holländischen Behörden lenkten schließlich endlich ein und emanzipierten die Sklaven der Kolonien. Während dieses Dekret lokal respektiert wurde, dauerte es bis 1863, dass die Niederländer die Sklaverei in allen ihren Inselkolonien abschafften, und die Sklaven endlich auch rechtlich befreit wurden.

Auf einer Insel so klein wie Sylt, waren die Menschen 15 Jahre lang im Süden weiterhin Sklaven, während die Menschen im Norden bereits emanzipiert wurden. Da kam es zu furchtbaren Schicksalen und viel Unrecht. Wenn man heute über die Insel fährt, kommt man an vielen Statuen in den Kreiseln vorbei, die an die nationalen Helden der holländischen Seite erinnern.

So war One-Tété Lohkay eine junge Frau, die auf einer Plantage in St. Maarten versklavt wurde. Sie rebellierte jedoch und lief von ihren Besitzern weg auf die französische Seite. Daraufhin wurde sie von ihren Plantagenbesitzern gejagt, wieder eingefangen und zurück auf die Plantage gebracht. Als Strafe für ihre Aufsässigkeit und als Warnung für andere Sklaven befahlen die Sklavenhalter, ihr eine Brust abzuschneiden. So wurde sie als One-Tété Lohkay bekannt. Diese Statue zeigt sie mit einem Bündel Rohrzucker über der Schulter.

One Tete Lohkay Sint Maarten
One-Tété Lohkay in Belair in Sint Maarten

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