Nachwehen…

Nachwehen…

wir hatten letztes Wochenende starken Wind und einige starke Regenschauer. Grundsätzlich ist das nicht weiter ungewöhnlich, aber seitdem durch den Hurricane #IRMA so viele Häuser beschädigt wurden und noch immer offen stehen, ist jeder Regen natürlich eine neue Bedrohung für viele, die noch immer nur unter Plastikplanen leben.

Momentan stockt der Wiederaufbau merklich, vor allen dingen auf der französischen Seite der Insel, denn die Versicherungen kommen noch immer nicht mit den Auszahlungen nach. Auch bei uns wurde noch NICHTS am Haus repariert und das ist kein Einzelfall. Noch immer haben wir weder Telefon noch Internet. 5 Monate ist der Sturm nun her und die Geduld vieler Franzosen ist erschöpft. Sie wollen nun endlich loslegen und können nicht, weil die Versicherung nicht zahlt.

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Der Regen kam am Wochenende mit starken Winden und die losen Teile an Dächern, abgerissene Regenrinnen oder lose Antennen etc. haben im Wind gequietscht. Vielen wurde mulmig und die Haare an Armen und Beinen standen einem gerade. Tiere haben sich reflexartig verkrochen und Kinder haben schutzsuchend ihre Eltern aufgesucht. Die Geräusche vom Wind, von den Böen und dem Regen, der auf das Dach trommelt, weckten die Erinnerungen an den Sturm, der das Leben aller hier verändert hat. Das Trauma sitzt doch noch tief bei vielen.

Auch wenn man denkt, das betrifft mich nicht, dann signalisiert der Körper einem, dass man unbewußt schneller Angst vor starkem Wind hat, als man vor dem Erlebten eines Hurricane Kategorie 6 hatte. Es geht eben nicht ganz spurlos an einem vorbei. Es wird noch Zeit brauchen, bis alle hier, diese Erfahrungen verarbeitet haben.

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Während unserer ersten #AFTER_IRMA Insel-Tour haben wir gemerkt, dass wir hier sehr auf den Fortschritt, auf jede noch so kleine positive Veränderung schauen, während die Urlauber mit einer ganz anderen Haltung zu uns kommen. Sie haben Urlaub und wollten das Paradies sehen, eine gute Zeit haben und sind erschüttert, wenn sie dann an einigen Stellen noch die Zerstörung sehen, die noch immer von der Gewalt des Hurricanes zeugt.

Selbst in Florida haben sie nach 5 Monaten die Spuren von Irma noch erkennen können und dort war Irma „nur“ noch ein Kategorie 3 Sturm. Es wird noch dauern, bis diese Spuren beseitigt sind. In der Zwischenzeit gibt es eben die zwei Seiten dieses Paradies, eine wunderschön-traumhafte Seite und eine, die wie eine Wunde erst verheilen muss.

Das wichtigste im Moment ist, dass Touristen hierher kommen und sich entspannen können, ohne das Gefühl haben zu müssen, dass sie sich irgendwie dafür komisch fühlen müssten. Sie haben ein Recht auf ihren Urlaub und sie sollen fröhlich sein, genau wie die meisten der Einheimischen hier fröhlich sind und ihre Geschäfte zum Laufen bringen wollen. Sie brauchen jetzt den Umsatz aus dem Tourismus, um sich selber helfen zu können und das Beste, was man als Tourist machen kann, ist Taxi fahren, Essen gehen, Souvenirs kaufen oder einfach nur zuhören, wenn die Einheimischen von ihren Erfahrungen mit Irma berichten. Alles andere wird sich mit der Zeit finden….

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