Sargassum – was genau ist das?

Momentan schwimmen massiv Braunalgen (Sargassum) an den nordöstlichen Stränden von St. Martin | St. Maarten an. Das kam in den letzten Jahren immer mal wieder in Karibik vor, aber dieses Mal ist es sehr intensiv. Die Säuberungsmaßnahmen laufen. Eine Gefahr für Anwohner und Meeresbewohner besteht nicht.

Die Analysen der Regional Health Agency (ARS) ergaben in dieser Phase keine Gefährdung für die Bevölkerung.  „Der Schwefelwasserstoffgehalt ist in den betroffenen Buchten sehr gering oder sogar Null, und dies trotz des gelegentlichen Vorhandenseins eines starken Geruchs „, heißt es in der Erklärung der Gemeinschaft.

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Für Touristen und Anwohner gleichermaßen sind diese starken Ansammlungen von Algen eine Belästigung und die entstehenden Fäulnisgase sollten nicht eingeatmet werden.

Die Bucht von Cul des Sac, Orient Bay und Baie Lucas auf der französischen Seite und Dawn Beach und Oyster Pond sind momentan optisch und geruchstechnisch benachteiligt und andere Strände sollten bis zur Reinigung dieser betroffenen Strände stattdessen aufgesucht werden.

Pinel Island, Grand Case, Baie Rouge, Plum Bay, Friars Bay, Happy Bay, Great Bay, Cupe Coy, Maho Beach und Simpson Bay sind nicht betroffen.

Normalerweise wird das angespülte Sargassum aufgenommen und an Land aufgeschichtet. Sobald es in der Sonne liegt, entsteht auch kein unangenehmer Geruch.

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Sargassum, wo kommt es her?

Die Algen entstehen im Sargasso Meer im Atlantischen Ozean rund um Bermuda. Es gibt zwei Arten (S.natans und S.fluitans) die sich vegetativ vermehren und auf der Wasseroberfläche schwimmen. Der Golfstrom treibt die Algen unter anderem in den Golf von Mexiko, ebenso findet man die Algen im Karibischen Meer.

Welche Ursachen haben die Sargassum-Anschwemmungen?

Die plötzlichen Invasionen der Alge erklären sich durch bestimmte Wettermuster und durch wärmeren Temperaturen.

Sargassum ist überall, außer in der Arktis. Die Braunalge findet man im Indischen Ozean, Atlantischen Ozean, im Pazifik und der Karibik.

Welche Eigenschaften hat das Sargassum?

Obwohl man es als Badegast als eher störend empfindet, wird das Sargassum bereits seit dem 8. Jahrhundert wegen seiner natürlichen Heilkräfte medizinisch verwendet. Entdeckt wurde es in der chinesischen Medizin, wo man die natürliche Jod-Quelle des Sargassums zur Behandlung von Kröpfen, Schilddrüsenerkrankungen und als Diuretika verwendete.

Die Braunalgen eignen sich ferner hervorragend als Düngemittel. In Tobago hat die Regierung die Bauern dazu ermuntert das Sargassum in die Böden einzuarbeiten, es enthält zahlreiche Nährstoffe und Kohlenstoff. Auch die Einarbeitung in alte Strände hebt die Sandqualität.

Das dichte Feld mit Algen, an der Oberfläche schwimmend, ist ein idealer Schutz vor allem für junge Schildkröten die noch keine guten Schwimmer sind. Zudem bietet die Algendecke eine gute Nahrungsquelle für Meeresschildkröten, ist aber auch Schutz und Nahrung für Krabben, Garnelen und Muscheln.

An den nicht touristisch erschlossenen Stränden verschwinden die Algen ganz von alleine, an den touristischen Stränden werden nun Bagger und Boote eingesetzt, die die Algen aufnehmen, um sie an anderer Stelle in der Sonne vertrocknen zu lassen.

 

Edit 09. Juli 2019

Die Tendenz des Wachstums nimmt stetig zu und die Experten versuchen die Ursachen zu ergründen. Man ist sich nicht sicher, aber eine sehr interessante Erklärung (auf Englisch) findet man hier: Link zu YouTube

 

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2 Gedanken zu “Sargassum – was genau ist das?

  1. Wenn das so ein tolles Düngemittel ist und Tiere diese Alge so gerne fressen, warum lässt man den Bestand dann so außer Kontrolle geraten anstatt diese schwimmenden Felder „abzuernten“ und zu verarbeiten??

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    1. Man ist nicht sicher, was genau der Grund für diese Entwicklung ist. Eine Erklärung ist, dass die Amerikaner ihre Felder überdüngen und diese Düngemittel etc. über die Flüsse in den Golf von Mexiko eingeleitet werden, wo sie auf wunderbare Wachstumsbedingungen treffen und die Seegrassfelder explodieren lassen, die dann mit der Strömung fortgetragen werden. Sie sind erst dann eine Plage, wenn sie a. in dieser stark wachsenden Menge auftreten und b. an Stränden angespült werden und dort gähren. Die Entwicklung hat in 2011 angefangen und war noch nie so stark wie in diesem Jahr. Es gibt bereits Schiffe, mit denen die Felder auf dem Wasser aufgenommen werden, Biogasanslagen dafür und Barrieren vor Stränden. Hier bei uns ist es zum Glück noch nicht so schlimm, betrifft nur 2 Strände von 37 und auch nur die Sommermonate. Wir überlassen da den Experten, eine Lösung zu finden…

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